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Neunjähriges Gymnasium: FRG zieht positive Zwischenbilanz

Seit eineinhalb Jahren gilt an den Gymnasien in Bayern und damit auch am Friedrich-Rückert-Gymnasium, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Abitur wieder nach 9 Jahren statt nach 8 ablegen. Die 5. und 6. Klassen befinden sich bereits im G 9 und werden 2026 die Abiturprüfung absolvieren.  „Die Erwartungen an das G 9 haben sich durchaus erfüllt“, zieht der Schulleiter des FRG, Oberstudiendirektor Martin Pöhner, eine erste Zwischenbilanz. „Eine wesentliche Kritik am G 8 war ja, dass die Schülerinnen und Schüler zu viel Nachmittagsunterricht hatten“, so Pöhner. Das hat sich deutlich verändert. In der 5. und 6. Klasse gibt es nun keinen verpflichtenden Nachmittagsunterricht mehr und auch in 8 und 9 wird es künftig kaum noch Nachmittagsunterricht geben. „Es bleibt nun mehr Zeit, um in Ruhe zu lernen, Hausaufgaben zu erledigen und auch für Aktivitäten in Vereinen oder den Besuch eines interessanten Wahlunterrichts“, erläutert der Schulleiter. Lediglich in der 7. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe am FRG im neuen G 9 noch zwei Stunden Nachmittagsunterricht: „Und das sind zwei Sportstunden, in denen unter anderem Schwimmen stattfindet“, erklärt Pöhner.

Ein Schwerpunkt des neunjährigen Gymnasiums ist die Festigung der Kernkompetenzen in den Fächern Deutsch, Mathematik und in den Fremdsprachen. „In diesem Fächern gibt es durch das zusätzliche Lernjahr deutlich mehr Zeit zum Einüben“,  so Martin Pöhner weiter.

 „Die individuelle Förderung wird im neuen G 9 groß geschrieben“, betont der stellvertretende Schulleiter Steffen Schlüter.  So gibt es in der 5., 6. und 7. Klasse jeweils eine  Intensivierungsstunde, wo nach Möglichkeit zwei Lehrer auf individuelle Fragen der Schüler eingehen. Aber auch aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen werden aufgegriffen. „Künftig hat jeder Schüler am Gymnasium Informatikunterricht und wird damit viel stärker als bisher auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters vorbereitet“, erklärt Studiendirektor Schlüter.

„Besonders erfreulich ist auch, dass die politische Bildung einen höheren Stellenwert im neuen neunjährigen Gymnasium einnimmt. Die Schüler haben künftig deutlich mehr Sozialkundeunterricht als bisher, in dem mehr Zeit ist, das Verständnis der Heranwachsenden für demokratische Prozesse und aktuelle politische Herausforderungen zu fördern“, ergänzt Oberstudiendirektor Pöhner.

Und schließlich wird die berufliche Orientierung im G 9 ausgebaut. „Künftig machen alle Schülerinnen und Schüler am Gymnasium in der 9. Klasse ein Berufspraktikum und absolvieren ein begleitendes Einführungsseminar“, erklärt Bettina Natterer vom Team für Berufs- und Studienorientierung am Friedrich-Rückert-Gymnasium. Damit werden Berufsorientierung und Praxisbezug künftig noch viel stärker als bisher am Gymnasium verankert.

Besonders begabte Schüler werden im neunjährigen Gymnasium noch stärker gefördert. „Auch in Ebern werden wir die Möglichkeit anbieten, durch das Belegen zusätzlicher Pluskurse in den Klassen 9 und 10 die 11. Klasse zu überspringen oder ein Schuljahr im Ausland zu verbringen“, erläutert Schulleiter Martin Pöhner. 

Am Friedrich-Rückert-Gymnasium gibt es für die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zur Einführung des G 9 noch ein besonderes Schmankerl: „Das Hauptgebäude wird in den nächsten zweieinhalb Jahren nach modernsten pädagogischen Gesichtspunkten auf dem Pausenhof neu gebaut. Anschließend entsteht auch der Fachklassentrakt komplett neu. Der Landkreis Haßberge und der Freistaat Bayern investieren hier viele Millionen Euro in ein optimales Lernumfeld“, freut sich der Schulleiter. „Der große Vorteil bei der Baumaßnahme ist, dass keine Container erforderlich sein werden und die Schüler in zweieinhalb Jahren einfach von ihren alten in die neuen Klassenzimmer umziehen können“, ergänzt Pöhner.  

 

Text: Julia Heß